News Frankreich Trab, 04.03.2025
(hen) Nun ist auch der französische Staat, genauer gesagt die Ministerin für öffentliche Finanzen Amelie De Montchalin, auf die Krise im Rennsport und den sinkenden Umsätzen aufmerksam geworden. Nach der Erklärung der Muttergesellschaften und der FNCH haben die Direktoren der PMU eine Kopie eines zweiseitigen Schreibens erhalten, dass an den Leiter der Abteilung der Generalinspektion für Finanzen gerichtet ist.
"Es gibt zwei Möglichkeiten, diesen Brief zu deuten", sagt ein Leiter der Institution. "Die erste besteht darin, zu denken, dass es gut ist, dass sich der Staat für das Schicksal des Sektors interessiert. Und wenn wir positiv sind, ist dies sicherlich eine gute Gelegenheit, eine Bestandsaufnahme der Funktionsweise der PMU und des gesamten Sektors vorzunehmen, um konkrete Vorschläge zu erstellen, die dem Staat vorgelegt werden sollen. Wenn wir etwas pessimistischer sind, denken wir auch, dass der Staat die Dinge angesichts der Krise, die die Rennwelt derzeit durchmacht, selbst in die Hand nehmen möchte. Denn wenn die Umsätze sinken, sinken auch die Einnahmen aus den Rennen für den Staat." Im Jahr 2011 nahm der Staat über die Steuern noch 981 Millionen Euro ein. 2023 waren es nur noch 825 Millionen Euro. Angesichts der beklagenswerten Situation im Land ist die Jagd nach Mehreinnahmen jedoch für alle Stellen offen. "Wollen sie die Art und Weise, wie wir den Sport leiten, überdenken? Investieren Sie in die Einsparungen, die wahrscheinlich noch gemacht werden? Überlegen wir die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft? Alles ist offen, wie mir scheint, und vorstellbar." Der Zeitplan ist aber eng, denn nach Informationen des Paris Turf soll es noch vor dem Sommer eine Neugestaltung geben.
Insgesamt muss sich die Branche trotz der Probleme noch glücklich schätzen, weil die Pferdewetten der große Gewinner der Finanzreform 2025 waren. Im Gegensatz zu anderen Formen des Glücksspiels, wurde dieser Bereich nicht mit einer höheren Steuer belegt. Ohne Zweifel will die Vormundschaft auch analysieren, was wirklich hinter den Kulissen geschieht, während die Meinungsverschiedenheiten im gemeinsamen Themis-Gebäude in Paris nicht nur durch die Presse zu hören sind.
Am 25. November waren die Staatsvertreter zur Abstimmung über den PMU-Haushalt eingeladen, dem sie nicht entgegen stimmten. Im Gegensatz zu den Vertretern der SETF (Traberverband), die als einzige am Tisch "Nein" sagten. Die nächste große Veranstaltung über die Tätigkeit der PMU wird am 10. April im Rahmen einer Generalversammlung stattfinden. Es verspricht sehr lebhaft zu werden.